Die blühende Wiese- alles so schön bunt hier
– oder

„Kann endlich mal jemand mähen? Das ist hier schon so unordentlich!
So mancher Gemeindemitarbeiter hatte schon solche Anrufe.
Aber bitte nicht einfach loslegen!

Denn hier gilt: Nicht der Kalender entscheidet – sondern die Pflanzen!

Der Wiesen-Salbei ist schon mit der Samenproduktion beschäftigt.
Die Flockenblumen feiern dagegen noch ihre Blütenparty.
Und mittendrin herrscht Hochbetrieb bei Wildbienen, Schmetterlingen und Co.

Was bedeutet das?

Jetzt beginnt das Mahdfenster. Aber bitte nicht nach dem Motto: „Einmal alles auf 5 cm!“

Eine artenreiche Wiese wird nicht komplett auf einmal gemäht.

Warum?

Weil zwischen den Halmen z.B. Schmetterlinge, Wildbienen, Heuschrecken, Spinnen und Käfer leben.

Bleiben Altgras- und Blühstreifen stehen, finden sie weiterhin Nahrung und Schutz.

Dies bedeutet nicht, möglichst spät zu mähen – sondern zum richtigen Zeitpunkt und mit der richtigen Strategie. Sollen die Pflanzen nächstes Jahr wieder blühen oder sich vermehren, darf man sie nicht vor der Samenreife abmähen.

Tipp für Bauherren:
 Wenn nur der Wiesenrand mit dem Rasenmäher als „Akzeptanzstreifen“ regelmäßig gemäht wird sieht jeder, dass die Fläche nicht vergessen wurde. So werden die Anrufe bei der Gemeinde weniger und auch der noch skeptische Nachbar kann sich langsam an eine „sauber“ eingefasste Blühwiese gewöhnen.
Extensive Wiesen brauchen mehrere Jahre sich zu entwickeln.
Die manchmal nicht so ansehnlichen Phasen können dank „Akzeptanzstreifen“ besser ausgehalten werden.

Fotos: ksla