Die Erweiterung und Teilsanierung des gemeindlichen Friedhofs Eching Ndb. ist abgeschlossen – nun braucht es Zeit für die Entwicklung.
Ausgangspunkt der Planung war die besondere Lage zwischen der Kirche St. Johann Baptist, der offenen Kulturlandschaft und dem Mittlere-Isar-Kanal.
Zentrales Ziel des Entwurfs war es, die Erweiterung konsequent aus den vorhandenen Standortbedingungen heraus zu entwickeln und dabei den Einsatz neuer Ressourcen auf ein Minimum zu reduzieren. Ein wesentlicher Planungsgrundsatz bestand darin, vorhandene Materialien vollständig in den Gestaltungsprozess zu integrieren und auf Abbruch mit anschließender Entsorgung weitgehend zu verzichten. Sämtliche anfallenden Materialien – darunter Ober- und Unterboden sowie die Rieselbeläge bestehender Wegeflächen – wurden vor Ort wiederverwendet.
Die Geländemodellierung der Erweiterungsfläche erfolgte überwiegend mit dem Aushubmaterial aus dem Neubau der Wege. Die ehemaligen Rieselwege fanden als mineralische Zuschläge in den künftigen Wiesenflächen Verwendung und tragen dort langfristig zur Entwicklung nährstoffärmerer Standorte bei. Das Mahd Konzept hilft, bestehende Wirtschaftswiesen schrittweise in artenreichere Wiesenflächen umzuwandeln. Gleichzeitig wurden Entsorgungsaufwand und Materialtransporte deutlich reduziert, wodurch Kosten eingespart und Ressourcen geschont wurden.
Die Wiederverwendung des Bestandsmaterials verringerte die Anzahl notwendiger LKW-Fahrten und reduzierte damit die Belastung für Anwohner und Umwelt. Neue Ausstattungselemente wie Urnenstelen und Schöpfstellen wurden aus regionalen Graniten gefertigt.
Im Sinne einer ökologisch orientierten Freiraumplanung wurden ein Großteil der Schnitt- und Rodungsmaterialien nicht entsorgt, sondern in sogenannte „Wilde Ecken“ integriert. Diese Bereiche schaffen zusätzlich Lebensraum für Tiere und leisten einen Beitrag zur Förderung der Biodiversität.
Die Friedhofserweiterung ist als langfristig angelegtes Entwicklungskonzept konzipiert und wurde bislang nur in Teilbereichen umgesetzt. Die Planung ermöglicht eine bedarfsgerechte Realisierung über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahrzehnten und stellt damit eine nachhaltige Vorsorge für zukünftige Anforderungen an Bestattungsflächen dar. Ein neuer, an den Bestand angebundener Rundweg erschließt die Erweiterungsflächen und kann bei Bedarf schrittweise ergänzt werden.
Leitidee des Projekts ist ein „grüner Friedhof“, der über seine Funktion als Ort des Gedenkens hinaus einen öffentlichen Freiraum für die Bevölkerung bietet. Die heute noch nicht als Grabflächen genutzten Bereiche stehen als parkartig gestaltete Landschaftsräume zur Verfügung. Mit fortschreitender Entwicklung des Friedhofs werden die bereits gepflanzten Gehölze zu einem gewachsenen Rahmen für Erinnerung und Trauerkultur.
Bauherr: Gemeinde Eching in Niederbayern
ausführende Firma: Fa. Kopp Garten- und Landschaftsbau


